Wählerauftrag versus Bürgerwille
Die Bundestagswahl ist vorbei, einige Tage wird die Zahl der Nichtwähler noch eine Rolle spielen, danach geht es - wie bisher immer - weiter so, oder wie es Oliver Kahn sagen würde: "Weiter, immer weiter."
Sehen wir uns das vorläufige amtliche Endergebnis einmal an:
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| in Prozent |
Wähler | 43997633 | 100,00 |
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ungültige | 640091 | 1,45 |
gültige Stimmen | 43357542 |
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SPD | 9988843 | 23,04 |
CDU | 11824794 | 27,27 |
FDP | 6313023 | 14,56 |
DIE LINKE | 5153884 | 11,89 |
GRÜNE | 4641197 | 10,70 |
CSU | 2830210 | 6,53 |
Andere | 2605591 | 6,01 |
Wahlbeteiligung 70,8 Prozent, also 6,8 Prozent weniger als 2005. CDU/CSU und FDP haben mit aufgerundeten 48,4 Prozent eine klare Mehrheit und Frau Merkel will "Kanzlerin aller Deutschen" sein.
Aller Deutschen? Nehmen wir doch einmal "alle Deutschen" (zumindest die Wahlberechtigten) in den Blick:
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| in Prozent |
Wahlberechtigte | 62132442 | 100,00 |
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ungültige | 640091 | 1,03 |
NICHTWÄHLER | 18134809 | 29,19 |
SPD | 9988843 | 16,08 |
CDU | 11824794 | 19,03 |
FDP | 6313023 | 10,16 |
DIE LINKE | 5153884 | 8,29 |
GRÜNE | 4641197 | 7,47 |
CSU | 2830210 | 4,56 |
Andere | 2605591 | 4,19 |
Die vorher "stärkste Partei" CDU/CSU hat demnach nur noch 23,6 Prozent von den wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger erhalten. Die "stärkste Kraft" im Land sind die Nichtwähler mit 29,2 Prozent.
Die Koalition von CDU/CSU und FDP kommt gerade mal auf 33,8 Prozent. Ist das wirklich der viel zitierte Bürgerwille? Es ist mit Sicherheit der Wählerauftrag. Aber was passiert eigentlich, wenn die Wahlbeteiligung weiter sinkt? Wenn sich vielleicht einmal weniger als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger an der Wahl beteiligen?