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Sonntag, 13. Oktober 2013

"Arme sterben jünger 

Die Unterschiede zwischen den sozialen Schichten wachsen

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt seit Jahren. Profitieren können alle Bürger von diesem Anstieg - aber nicht gleichermaßen: Im Jahr 2008 etwas durften einkommensstarke 65-Jährige noch mit einer weiteren Lebenszeit von 20 Jahren rechnen. Ihren Altersgenossen mit sehr niedrigen Renten dagegen nicht einmal mehr 15 Jahre." (Demografische Forschung aus erster Hand, 2013, Jahrgang 10, Nr. 3, Seite 1)
Zum besseren Verständnis:  
- Als sehr niedrige Renten werden diejenigen bezeichnet, deren Berechnung 30-39 Rentenpunkte zugrunde liegen. 
- Als höchste Renten werden diejenigen mit mehr als 65 Rentenpunkten bezeichnet.
- Die Anzahl der Rentenpunkte ergeben sich aus den Jahres-Einkommen und den Jahren der Rentenbeitragszahlungen selbst. Hätte man exakt das statistisch ermittelte Durchschnittseinkommen erzielt und entsprechend Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt, würde man pro Jahr 1 Rentenpunkt erhalten. Lag man in einigen Jahren unter dem Durchschnittseinkommen hat man entsprechend berechnet nur 0,X Rentenpunkte für diese Jahre erhalten und entsprechend in Jahren in denen das Einkommen über dem Durchschnitt lag eben 1,X Rentenpunkte.
- Die errechneten Rentenpunkte werden mit dem jeweils gültigen Wert multipliziert und ergeben dann die Rente.
- Wer im Jahr 2012 also nach 45 Berufsjahren mit exakt dem Durchschnittseinkommen in Rente ging,
hatte also 45 Rentenpunkte, die 2012 mit je 27,47 € berechnet wurden. Das ergab eine Rente von 1.236,15 € (30 Rentenpunkte entsprechen einer Rente von 824,10 €, 39 RP = 1071,33 € und 65 RP = 1785,55 €).

Kurzfassung: 

Gute Bildung/Ausbildung = guten Job = gute Bezahlung = hohe Rente = längeres Leben

Schlechtere Bildung/Ausbildung = schlechterer Job = schlechtere Bezahlung = kleinere Rente = kürzeres Leben

Und da immer ALLES mit ALLEM zusammenhängt, hier noch einige damit zusammenhängende Themenbereiche:
- Die rechnerische Durchschnittsrente (Regelrente ohne Zusatzversorgung o.ä.) liegt aktuell in Deutschland unter 1000 €
- Fast jede zweite Rente in Deutschland liegt bereits unter Hartz IV
- Der/die durchschnittliche Rentner/in erhält nach 39 rentenwirksamen Erwerbsjahren die gesetzliche Altersrente, 45 oder gar 47 Jahre sind schon heute nicht mehr die Regel
- Das Bildungsniveau an Deutschlands öffentlich/rechtlichen Schulen sinkt und ist von dem ehemaligen Platz in der Spitzengruppe (im europäischen Vergleich) mittlerweile weit entfernt
- Die Zahl der "Vollbeschäftigten", die "ergänzende Leistungen" des Staates (Sozialamt) in Anspruch nehmen müssen steigt stetig an.

Ich möchte diesen Beitrag mit zwei Standardaussagen von "Mutti" schließen: Deutschland geht es gut, und sie wird alles dafür tun, das es so bleibt. Und: Wir sollen Deutschland nicht andauernd schlecht reden.

Donnerstag, 4. Juni 2009

"Ein jüngerer Partner - ein längeres Leben?"


Der Titel erinnert mich an den "Jungbrunnen" von Lukas Cranach dem Älteren aus dem Jahr 1546.

Auf der linken Seite des Bildes werden alte Frauen herangekarrt. Nach einem Bad im Jungbrunnen entsteigen sie diesem dann jung und hübsch, wo sie - auf der rechten Bildseite - von älteren Männern erwartet und neu eingekleidet werden. Ein Gemälde was durch seine vielen kleinen Details besticht und auch heute in seiner Aussage noch aktuell ist.

Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung haben den Einfluss des Altersabstandes auf die Lebenserwartung bei Männern und Frauen untersucht - mit bemerkenswerten Ergebnissen.
Kurz gesagt: Männer haben eine höhere Lebenserwartung, wenn sie mit jüngeren Frauen zusammen leben. Und zwar sinkt das Sterberisiko, je größer der Altersabstand ist.
Frauen hingegen haben die höchste Lebenserwartung, im Zusammenleben mit etwa gleichaltrigen Männern. Das Zusammenleben einer Frau mit einem jüngeren Mann erhöht ihr Sterberisiko, je größer der Altersabstand der Frau zu einem jüngeren Mann ist.

Literatur: Drefahl, Sven: How does the age between partners affect their survival? Demography (2009)




Samstag, 28. März 2009

Rückgang der Geburtenzahlen - Anstieg der Lebenserwartung

1964 wurden in Deutschland noch 1,36 Millionen Kinder geboren. Nur acht Jahre später fiel die Geburtenzahl unter die Millionengrenze und im Jahr 2006 hatte sie sich mit 672.724 faktisch halbiert. Nach einem kleinen Anstieg im Jahr 2007 auf 683.000 fiel die Zahl der Geburten im Jahr 2008 wieder auf 675.000 zurück.

Statistisch gesehen hat sich die individuelle Lebenserwartung seit 1900 (um 40 Jahre) bis heute nahezu verdoppelt (um 80 Jahre).

Der drastische Geburtenrückgang einerseits, und die ständig steigende Lebenserwartung andererseits stellen die Gesellschaft - also uns alle - vor eine ungeheure Herausforderung, der wir nicht länger ausweichen können.