Ich hatte in dem Post zur OECD-Studie eher rhetorisch als ernsthaft die Frage nach der Neiddebatte gestellt. Und siehe da, genau dieser Vorwurf wurde mir auch prompt gemacht.
Liebe Leserinnen, liebe Leser - liebe Kritiker (waren nur Männer), ich habe wirklich keine Lust mehr, mich mit diesem "Totschlag-Argument" auseinanderzusetzen. Bitte lesen Sie meinen Beitrag noch einmal genau. Ich habe lediglich die veröffentlichten Zahlen der OECD-Studie wiedergegeben und habe mir dieses Mal jeden Kommentar zum Inhalt verkniffen.
Weil ich mich über etwas anderes mehr geärgert habe. Ich finde es skandalös, wenn eine Studie, die deutsche Inhalte hat, nicht in deutscher Sprache veröffentlicht und somit allen Interessierten zugänglich gemacht wird.
Auch hierzu habe ich Rückmeldungen erhalten. Ich würde "Verschwörungstheorien" anhängen lautet ein mehrfach erhobener Vorwurf. Wie ich finde ebenfalls ein "Totschlag-Argument". Was ist daran verschwörerisch wenn ich nach Gründen für eine dreisprachige Veröffentlichung unter Auslassung einer deutschen Version frage?
Sind wir wirklich schon wieder soweit, dass wir nichts mehr hinterfragen dürfen? Weil wir sonst Neider und/oder Verschwörer sind?
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Freitag, 16. Dezember 2011
Mittwoch, 7. Dezember 2011
"Einkommensungleichheit in Deutschland wächst"
so lautet der Titel einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die vor wenigen Tagen der Presse vorgestellt wurde und in fast allen Medien ihren Niederschlag fand.
Die Studie selbst war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht veröffentlicht, das geschah erst gestern - und zwar ausschließlich in englischer, französischer und portugiesischer Sprache, wie OECD und Verlag auf Anfrage mitteilten.
So bleibt als Grundlage für eine erste Auseinandersetzung nur das Material, das von der OECD vorab den Medienvertretern zur Verfügung gestellt wurde und von den Medien veröffentlicht wurde.
Das ist nicht all zu viel, aber allemal brisant.
Während sich in anderen Staaten die Einkommenskluft verringert hat, ist sie in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren größer geworden und erheblich stärker gewachsen als in den meisten Industrienationen.
Zur Veranschaulichung: Das Nettoeinkommen der 10 % Deutschen mit den höchsten Einkommen liegt bei durchschnittlich 57.300 Euro im Jahr und damit acht mal so hoch wie das Einkommen der 10 % Deutschen mit den geringsten Einkommen von durchschnittlich 7.400 Euro (ohne staatliche Transferleistungen).
Laut OECD lag das Einkommensverhältnis Anfang der neunziger Jahre noch bei sechs zu eins.
Die Gründe für diese Entwicklung sind wahrscheinlich vielfältig, aber die Entwicklung der Löhne und Gehälter dürften den größten Anteil haben. Die verfügbaren Haushaltseinkommen sind in Deutschland in den letzten zwanzig Jahren vor der Finanzkrise durchschnittlich um 0,9 % jährlich gestiegen. Aber nicht in allen Einkommensklassen gleichermaßen.
Die Gutverdiener legten im Schnitt um 1,6 % pro Jahr zu, während sich die Niedrigverdiener mit 0,1 % begnügen mussten. Lag der Zuwachs der Gutverdiener damit immer noch über der Inflationsrate, so mussten die Niedrigverdiener bereits reale Einkommensverluste hinnehmen.
Oje, höre ich da schon wieder den Vorwurf der "Neiddebatte"?
Zur Studie selbst. Die bisher vorgestellten (bzw. von den Medien veröffentlichten) Zahlen betreffen erst einmal nur zwanzig Prozent der Bevölkerung. Und wer - wie ich - zu den achtzig Prozent dazwischen gehört, scheint von der Einkommensverteilung, Einkommensentwicklung oder Einkommenskluft nicht betroffen?
Darüber geben die Vorab-Informationen der OECD keine Antwort, das bleibt der Studie selbst vorbehalten.
Die ja jetzt erschienen ist!
In Englisch, Französisch und Portugiesisch!
Warum nicht in Deutsch? Sollen wir die Studie nicht lesen können?
Wer schon einmal versucht hat, eine wissenschaftliche Studie in seiner eigenen Muttersprache zu lesen und zu verstehen, der hat vielleicht eine Vorstellung davon was es bedeutet, dieses in einer Fremdsprache zu tun. Selbst sehr gute Kenntnisse der Umgangssprache werden dafür nicht ausreichen.
Wir "Normalverbraucher" werden wohl auf die Brocken angewiesen sein, die man uns gnädig hinwirft - für mich ein eindeutiger Akt der Des-Information.
Quellen: Heute-Journal am 5. Dezember, Hessisch Niedersächsische Allgemeine (HNA) Printausgabe vom 6. Dezember, Zeit online, FAZ, Stern.de, Focus online
Die Studie selbst war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht veröffentlicht, das geschah erst gestern - und zwar ausschließlich in englischer, französischer und portugiesischer Sprache, wie OECD und Verlag auf Anfrage mitteilten.
So bleibt als Grundlage für eine erste Auseinandersetzung nur das Material, das von der OECD vorab den Medienvertretern zur Verfügung gestellt wurde und von den Medien veröffentlicht wurde.
Das ist nicht all zu viel, aber allemal brisant.
Während sich in anderen Staaten die Einkommenskluft verringert hat, ist sie in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren größer geworden und erheblich stärker gewachsen als in den meisten Industrienationen.
Zur Veranschaulichung: Das Nettoeinkommen der 10 % Deutschen mit den höchsten Einkommen liegt bei durchschnittlich 57.300 Euro im Jahr und damit acht mal so hoch wie das Einkommen der 10 % Deutschen mit den geringsten Einkommen von durchschnittlich 7.400 Euro (ohne staatliche Transferleistungen).
Laut OECD lag das Einkommensverhältnis Anfang der neunziger Jahre noch bei sechs zu eins.
Die Gründe für diese Entwicklung sind wahrscheinlich vielfältig, aber die Entwicklung der Löhne und Gehälter dürften den größten Anteil haben. Die verfügbaren Haushaltseinkommen sind in Deutschland in den letzten zwanzig Jahren vor der Finanzkrise durchschnittlich um 0,9 % jährlich gestiegen. Aber nicht in allen Einkommensklassen gleichermaßen.
Die Gutverdiener legten im Schnitt um 1,6 % pro Jahr zu, während sich die Niedrigverdiener mit 0,1 % begnügen mussten. Lag der Zuwachs der Gutverdiener damit immer noch über der Inflationsrate, so mussten die Niedrigverdiener bereits reale Einkommensverluste hinnehmen.
Oje, höre ich da schon wieder den Vorwurf der "Neiddebatte"?
Zur Studie selbst. Die bisher vorgestellten (bzw. von den Medien veröffentlichten) Zahlen betreffen erst einmal nur zwanzig Prozent der Bevölkerung. Und wer - wie ich - zu den achtzig Prozent dazwischen gehört, scheint von der Einkommensverteilung, Einkommensentwicklung oder Einkommenskluft nicht betroffen?
Darüber geben die Vorab-Informationen der OECD keine Antwort, das bleibt der Studie selbst vorbehalten.
Die ja jetzt erschienen ist!
In Englisch, Französisch und Portugiesisch!
Warum nicht in Deutsch? Sollen wir die Studie nicht lesen können?
Wer schon einmal versucht hat, eine wissenschaftliche Studie in seiner eigenen Muttersprache zu lesen und zu verstehen, der hat vielleicht eine Vorstellung davon was es bedeutet, dieses in einer Fremdsprache zu tun. Selbst sehr gute Kenntnisse der Umgangssprache werden dafür nicht ausreichen.
Wir "Normalverbraucher" werden wohl auf die Brocken angewiesen sein, die man uns gnädig hinwirft - für mich ein eindeutiger Akt der Des-Information.
Quellen: Heute-Journal am 5. Dezember, Hessisch Niedersächsische Allgemeine (HNA) Printausgabe vom 6. Dezember, Zeit online, FAZ, Stern.de, Focus online
Samstag, 21. Mai 2011
"Deutschen Rentnern drohen Magerjahre"
so steht es im Newsletter der Deutschen Telekom, die sich auf einen Bericht des "Handelsblatt" bezieht. Das "Handelsblatt" wiederum beruft sich auf das Kieler "Institut für Weltwirtschaft" (IfW).
Vor nicht ganz einer Woche haben einige Leute auf höhere Renten spekuliert, weil ein Argumentationsstrang gegen eine deutliche Rentenerhöhung nicht mehr angewendet werden kann (vgl. vorherigen Beitrag).
Nun sagte ein Experte des IfW für den Sommer 2012 eine Rentenerhöhung von ca. 1,1 Prozent und für das Folgejahr ebenfalls 1,1 Prozent voraus.
Es wundert mich nicht wirklich, schließlich enthält die beschlossene "Rentengarantie" neben dem Ausschluss von Konjunktur bedingten Rentenkürzungen (die werden über die längere Lebensarbeitszeit umgesetzt) auch die Klausel des langsameren, von der Konjunktur abgekoppelten Rentenanstiegs zum Ausgleich der nicht vorgenommenen Kürzungen. Alles klar?
Ach übrigens, im Videotext fand ich in dieser Woche die Meldung über die Höhe des privaten Geldvermögens (als Quelle wurde die Deutsche Bundesbank angegeben).
Das Geldvermögen der privaten Haushalte (Bargeld, Bankeinlagen und Aktien) belief sich im Oktober 2010 auf stolze 4,933 Billionen. 4,933 Billionen sind 4.933 Milliarden Euro oder in Zahlen: 4.933.000.000.000,00 Euro.
Die Deutsche Bundesbank führt die Erhöhung des Vermögens um 154 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr auf die rasante Konjunkturentwicklung zurück. "Dadurch sei das verfügbare Einkommen deutlich gestiegen."
Nun wüsste ich natürlich schon ganz gern, WESSEN Einkommen um die 154.000.000.000,00 Euro gestiegen ist.
Vor nicht ganz einer Woche haben einige Leute auf höhere Renten spekuliert, weil ein Argumentationsstrang gegen eine deutliche Rentenerhöhung nicht mehr angewendet werden kann (vgl. vorherigen Beitrag).
Nun sagte ein Experte des IfW für den Sommer 2012 eine Rentenerhöhung von ca. 1,1 Prozent und für das Folgejahr ebenfalls 1,1 Prozent voraus.
Es wundert mich nicht wirklich, schließlich enthält die beschlossene "Rentengarantie" neben dem Ausschluss von Konjunktur bedingten Rentenkürzungen (die werden über die längere Lebensarbeitszeit umgesetzt) auch die Klausel des langsameren, von der Konjunktur abgekoppelten Rentenanstiegs zum Ausgleich der nicht vorgenommenen Kürzungen. Alles klar?
Ach übrigens, im Videotext fand ich in dieser Woche die Meldung über die Höhe des privaten Geldvermögens (als Quelle wurde die Deutsche Bundesbank angegeben).
Das Geldvermögen der privaten Haushalte (Bargeld, Bankeinlagen und Aktien) belief sich im Oktober 2010 auf stolze 4,933 Billionen. 4,933 Billionen sind 4.933 Milliarden Euro oder in Zahlen: 4.933.000.000.000,00 Euro.
Die Deutsche Bundesbank führt die Erhöhung des Vermögens um 154 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr auf die rasante Konjunkturentwicklung zurück. "Dadurch sei das verfügbare Einkommen deutlich gestiegen."
Nun wüsste ich natürlich schon ganz gern, WESSEN Einkommen um die 154.000.000.000,00 Euro gestiegen ist.
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