Dienstag, 29. September 2009

Was haben Lidl und die FDP gemeinsam?


Die Farben oder auch die Werbeagentur?


Diese Schilderkombination entdeckte ich in der Kasseler Nordstadt.

Ich erzählte einigen Leuten von der Entdeckung - und erntete zwar viele Lacher - aber niemand wollte mir glauben.
Also fuhr ich am nächsten Tag mit meiner Kamera "bewaffnet" zur "Beweissicherung" noch einmal dorthin.

Ich finde, dieses Foto ist eine hervorragende Grundlage für ein Brainstorming - oder?

Montag, 28. September 2009

Bundestagswahl 2009 - Wahlergebnisse einmal anders betrachtet

Wählerauftrag versus Bürgerwille

Die Bundestagswahl ist vorbei, einige Tage wird die Zahl der Nichtwähler noch eine Rolle spielen, danach geht es - wie bisher immer - weiter so, oder wie es Oliver Kahn sagen würde: "Weiter, immer weiter."

Sehen wir uns das vorläufige amtliche Endergebnis einmal an:



in Prozent
Wähler 43997633 100,00



ungültige 640091 1,45
gültige Stimmen 43357542



SPD 9988843 23,04
CDU 11824794 27,27
FDP 6313023 14,56
DIE LINKE 5153884 11,89
GRÜNE 4641197 10,70
CSU 2830210 6,53
Andere 2605591 6,01

Wahlbeteiligung 70,8 Prozent, also 6,8 Prozent weniger als 2005. CDU/CSU und FDP haben mit aufgerundeten 48,4 Prozent eine klare Mehrheit und Frau Merkel will "Kanzlerin aller Deutschen" sein.

Aller Deutschen? Nehmen wir doch einmal "alle Deutschen" (zumindest die Wahlberechtigten) in den Blick:



in Prozent
Wahlberechtigte 62132442 100,00



ungültige 640091 1,03
NICHTWÄHLER 18134809 29,19
SPD 9988843 16,08
CDU 11824794 19,03
FDP 6313023 10,16
DIE LINKE 5153884 8,29
GRÜNE 4641197 7,47
CSU 2830210 4,56
Andere 2605591 4,19


Die vorher "stärkste Partei" CDU/CSU hat demnach nur noch 23,6 Prozent von den wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger erhalten. Die "stärkste Kraft" im Land sind die Nichtwähler mit 29,2 Prozent.

Die Koalition von CDU/CSU und FDP kommt gerade mal auf 33,8 Prozent. Ist das wirklich der viel zitierte Bürgerwille? Es ist mit Sicherheit der Wählerauftrag. Aber was passiert eigentlich, wenn die Wahlbeteiligung weiter sinkt? Wenn sich vielleicht einmal weniger als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger an der Wahl beteiligen?

Mittwoch, 23. September 2009

Rente reicht nicht mehr -

Immer mehr Menschen in Kassel sind im Alter auf Sozialhilfe angewiesen.

So lautete der Aufmacher am Dienstag, 22. September auf Seite 1 der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA). Demnach ist laut Auskunft des Sozialamtes der Stadt Kassel die Zahl der Grundsicherungsempfänger in Kassel von 2006 bis Ende 2008 von 3177 auf 3471 gewachsen, das ist eine Steigerung von über 9 %.
Das durchschnittliche monatliche Rentenniveau liegt in Kassel derzeit bei 813 €.
Übrigens kein Problem nur von Kassel, die Durchschnittsrente liegt in Braunschweig bei 869 €, in Chemnitz bei 975 € und in Darmstadt bei 859 €. (Quelle: con_sens, DRV-Bund).
Laut Sozialamt wird sich das Problem in Zukunft weiter verschärfen: Wer lange Arbeitslosengeld II bezieht, erwirbt nur geringe Rentenansprüche. Und die Zahl der Mini-, 1 €- und anderer Jobs, deren Bezahlungen nicht zur Deckung des Lebensunterhaltes reichen, steigen.
Eine ausreichende Altersvorsorge ist damit jedenfalls nicht möglich.


Mittwoch, 22. Juli 2009

Montag, 20. Juli 2009

Kabarettisten haben es wahrlich schwer zur Zeit ...

Finanzminister Steinbrück redet vom goldenen Rentenalter (siehe vorherigen Beitrag), die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz (65) befürchtet Altersarmut für sich, wie sie der Bild am Sonntag berichtete: "Wir leben von 500 bis 600 Euro im Monat" (zitiert nach HNA vom 20. Juli 2009). Vermutlich wird Herr Steinbrück das nicht zulassen und auch ihr ein goldenes Rentenalter ermöglichen.

Die HNA berichtet auch über die Forderung des CSU-Politikers Johannes Singhammer auf Verzicht des Urlaubs von Rentnern zugunsten der jüngeren Generation. Herr Singhammer ist übrigens der familienpolitische Sprecher der Union-Bundestagsfraktion. Auch er äußerte sich gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Denkt er dabei vielleicht an den 1963 geborenen Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher?

Dieser soll jetzt ca. 2,9 Millionen Boni (zusätzlich zu seinem Gehalt) erhalten. Und das trotz geflossener Zuschüsse durch die beteiligten Länder in Milliardenhöhe zur Rettung der Bank.


Oder meint Singhammer das ganz anders? Soll Nonnenmacher später nicht in Urlaub fahren und stattdessen etwas von seiner Rente an Jüngere abgeben? Na, wenn da mal nicht wieder die Altersarmut droht.

Und was macht Frau Merkel? Die Zahl derer, die ihr nicht glauben wächst im Gleichschritt mit der Zahl derer, die sie als Bundeskanzlerin behalten wollen (beide Werte liegen derzeit in der gleichen Umfrage bei etwa 80 Prozent).

Willkommen in der Anstalt ...

Sonntag, 19. Juli 2009

"Den heutigen Rentnern geht es so gut wie keiner Rentnergeneration vor ihnen oder nach ihnen"

Ich kann es nicht mehr hören Herr Steinbrück!

Natürlich ist es richtig was da gesagt wird - bezogen auf einen Teil der Rentner, einem anderen Teil geht es überhaupt nicht gut.

Aber selbst wenn es so wäre, was sagt der Satz denn aus? Lässt er sich nicht locker auf jede andere Altersgruppe auch übertragen?

Und wenn wir mal vom Alter weggehen, wie klingt denn zum Beispiel der Satz, wenn wir ihn auf Manager übertragen? Oder auf die Politiker? Natürlich ohne die negative Prognose für die Zukunft.
Da kommt doch auch keiner auf die Idee, ihnen den Urlaub zu verwehren zugunsten der Landwirte zum Beispiel. Ich habe auch noch nie gehört, dass Politiker und Manager ihre Einkünfte gekürzt hätten, wenn das Durchschnittseinkommen zurück ging.

Denken die Menschen der mittleren Generation eigentlich daran, dass sie den Jungen heute beispielhaft vormachen, wie diese dann mal mit ihnen umgehen werden?

Samstag, 4. Juli 2009

Bundestagswahl 2009

Gestern Abend saß ich einigermaßen fassungslos vor dem TV und wollte nicht glauben, was das "Politbarometer" des Zweiten Deutschen Fernsehens meldete:

Es ging um eventuelle Steuererhöhungen nach der Wahl. Beide (noch) großen Parteien bestreiten das Vorhaben von Steuererhöhungen - und beiden Parteien glaubt die große Mehrheit der Bevölkerung nicht.

Wo bitteschön soll denn da das Vertrauen in die Politik herkommen? Diese mangelnde Glaubwürdigkeit hat doch Ursachen, ihr liegen Erfahrungen zugrunde.

Es müsste doch ein Ruck durch die Parteien gehen - oder sind die Politiker schon so abgebrüht, dass auch ein öffentlicher, kollektiver Tritt ins verlängerte Rückgrat schon keine Wirkung mehr zeigt? Oder sollte gar der Tritt ins Leere gehen, weil längst kein Rückgrat mehr da ist?

Andererseits was für ein Wahlvolk: Da glaubt die große Mehrheit der Bevölkerung (72 %) der Kanzlerin Merkel nicht ihr vehementes "Nein" zur Mehrwertsteuererhöhung in der nächsten Legislaturperiode und will sie aber dennoch mehrheitlich als Kanzlerin (59 %).

Leidet unsere Bevölkerung an einer kollektiven Schizophrenie - oder ist die Art der Befragung, Auswertung und Publikation von Umfragen wie der des "Politbarometer" schlichtweg irreführend?