Es ist wahrlich eine Kunst, der Umgang mit Zahlen und Statistiken. Den neuesten Beleg dafür erbrachte die Bundesagentur für Arbeit mit ihrem letzten Monatsbericht (September 2010). Dort wird auf Hochglanzpapier, auf vielen Seiten, reichlich bebildert eine positiver Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt gestellt.
In Berlin verkündet Frau Dr. Merkel - ungeachtet der getätigten Milliardengeschenke - den "unbedingten Willen zum nachhaltigen Sparen".
Bravo, mag da mancher denken und applaudieren. Andere werden noch einmal auf den Anfang des Posts schauen und nach den Zusammenhängen suchen.
Während sich alle in ihren angekündigten Sparvorhaben und bereits umgesetzten Kürzungen im Sozialhaushalt sonnen, kann man aus dem o. g. Monatsbericht gar schreckliches herauslesen.
Am 30. September 2010 zählte die Agentur 40,47 Millionen Beschäftigte in der Republik.
An anderer Stelle ist die Rede von 27,67 Menschen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Die Zahl der Arbeitslosen liegt "nur noch" bei knapp über drei Millionen.
Ja - und wer sind die anderen 10 Millionen? Gering Verdienende (lt. Bericht 5,61 Millionen), Menschen in "arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen" (lt. Bericht immerhin 1,43 Millionen) und ...?(1)
Ich verstehe diesen Zahlendschungel so, dass 13 Millionen Menschen, davon ca. 10 Millionen BESCHÄFTIGTE in unserem Land keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen und das auch niemand sonst es für sie übernimmt.
Das bedeutet: 13 Millionen Menschen, die voraussichtlich nur eine kleine Rente erhalten werden. 13 Millionen Menschen, für die die Kommunen und ihre örtlichen Sozialämter die Renten gegebenenfalls aus ihren hoch verschuldeten Haushalten bis zur Höhe der Grundsicherung aufbessern müssen.
Die Bundesregierung verteilt freizügig Geld an Banken, Energiekonzerne etc. und gleichzeitig belastet sie wissentlich die bereits überstrapazierten Sozialhaushalte der Kommunen.
"Der Landkreis Kassel hat im vergangenen Jahr sieben Millionen Euro an Grundsicherung gezahlt, davon 5 Millionen Euro an 1004 Menschen über 65 Jahre. Deren Zahl hat im Vergleich zum Vorjahr um 300 Menschen zugenommen."(2)
Die neue Altersarmut ist weder ein "Schreckgespenst" noch eine Gefahr der nächsten Jahre - sie ist bereits mitten unter uns.
Quellen:
(1) Monatsbericht der Bundesagentur (BA) für Arbeit, September 2010
(2) Hessisch Niedersächsische Allgemeine (HNA), Ausgabe Kassel, Nr. 237 vom 12. Oktober 2010, S. 1
Sonntag, 17. Oktober 2010
Mittwoch, 6. Oktober 2010
"Krisenreaktion: Private Altersvorsorge stockt
Jeder fünfte Berufstätige hat wegen der Wirtschaftskrise seine Verträge zur privaten Altersvorsorge gekürzt oder gekündigt.
Laut Allensbach-Umfrage glauben 46 Prozent der Befragten nicht mehr an eine sichere Vorsorge.
...
Auch das Vertrauen in die gesetzliche Rente hat gelitten. 37 Prozent der Berufstätigen fürchten Kürzungen wegen der steigenden Staatsverschuldung."
Aus: Videotext des ZDF vom heutigen Tag.
Während ein Großteil der Berufstätigen - und wahrscheinlich nicht nur diese - um ihre Altersversorgung bangen, haben die Regierenden nichts besseres zu tun, als die Staatsverschuldung mit immer neuen umstrittenen Großprojekten in die Höhe zu treiben.
Warum eigentlich? Wem dient das? Wer verdient daran? - Und wer bezahlt die Zeche?
Laut Allensbach-Umfrage glauben 46 Prozent der Befragten nicht mehr an eine sichere Vorsorge.
...
Auch das Vertrauen in die gesetzliche Rente hat gelitten. 37 Prozent der Berufstätigen fürchten Kürzungen wegen der steigenden Staatsverschuldung."
Aus: Videotext des ZDF vom heutigen Tag.
Während ein Großteil der Berufstätigen - und wahrscheinlich nicht nur diese - um ihre Altersversorgung bangen, haben die Regierenden nichts besseres zu tun, als die Staatsverschuldung mit immer neuen umstrittenen Großprojekten in die Höhe zu treiben.
Warum eigentlich? Wem dient das? Wer verdient daran? - Und wer bezahlt die Zeche?
Frau Dr. Merkel und Herr Brüderle zu Stuttgart 21
Seit langer Zeit gärt es in unserer Bevölkerung, die Kluft zwischen Politikern und Bürgern wird immer größer.
Als Beleg seien hier zwei führende Politiker der Bundesregierung zitiert:
Frau Merkel bezeichnete einerseits den Zeitpunkt des Bürgerprotestes und den Wunsch nach Bürgerbeteiligung als "zu spät".
Andererseits lehnt sie eine sofortige Bürgerbeteiligung und eine Baustopp mit Hinweis auf die Landtagswahl im März (also in 6 Monaten )kategorisch ab. Sie meint, die Bürger können dann über das Projekt abstimmen.
Ja wie denn nu? Jetzt schon "zu spät" - aber im März 2011 nicht mehr?
Herr Bundeswirtschaftsminister Brüderle gar stellt "Prinzipien" über Inhalte.
Wenn Entscheidungen getroffen sind, müsse man sie auch umsetzen. Sonst werde das parlamentarische System beschädigt, sagte er dem "Hamburger Abendblatt"
Übrigens Herr Brüderle wurden die Bürger nicht einbezogen, als sich die Baukosten in unvorstellbarer Höhe entwickelten - trotz eines gegenteiligen Versprechens.
Ist das keine "Beschädigung", wenn sich parlamentarische Gremien (wenn es für sie bequemer ist) an ihre eigenen Beschlüsse nicht mehr halten?
In Abwandlung eines Goethe-Zitates: Frau Merkel, Herr Brüderle mir graut vor Euch!
Als Beleg seien hier zwei führende Politiker der Bundesregierung zitiert:
Frau Merkel bezeichnete einerseits den Zeitpunkt des Bürgerprotestes und den Wunsch nach Bürgerbeteiligung als "zu spät".
Andererseits lehnt sie eine sofortige Bürgerbeteiligung und eine Baustopp mit Hinweis auf die Landtagswahl im März (also in 6 Monaten )kategorisch ab. Sie meint, die Bürger können dann über das Projekt abstimmen.
Ja wie denn nu? Jetzt schon "zu spät" - aber im März 2011 nicht mehr?
Herr Bundeswirtschaftsminister Brüderle gar stellt "Prinzipien" über Inhalte.
Wenn Entscheidungen getroffen sind, müsse man sie auch umsetzen. Sonst werde das parlamentarische System beschädigt, sagte er dem "Hamburger Abendblatt"
Übrigens Herr Brüderle wurden die Bürger nicht einbezogen, als sich die Baukosten in unvorstellbarer Höhe entwickelten - trotz eines gegenteiligen Versprechens.
Ist das keine "Beschädigung", wenn sich parlamentarische Gremien (wenn es für sie bequemer ist) an ihre eigenen Beschlüsse nicht mehr halten?
In Abwandlung eines Goethe-Zitates: Frau Merkel, Herr Brüderle mir graut vor Euch!
Dienstag, 7. September 2010
Gedanken zur Bundeskanzlerin
Wie oft hat mich Urban Priol mit der Titulierung "Mutti" und ausgewählten Zitaten und Filmausschnitten unserer Bundeskanzlerin zu schallendem Gelächter verführt - und auch in tiefe Nachdenklichkeit gestürzt.
Am Wochenende ist mir jedes Lachen im Hals stecken geblieben. So leichtfertig wie Frau Merkel würden wohl nur sehr wenige Mütter mit der Gesundheit und dem Leben ihrer Kinder umgehen.
Die Bezeichnung "Mutti" für diese Frau hat wohl ausgedient.
Und angesichts ihrer grenzenlosen Arroganz ("ich freue mich auf den sogenannten heißen Herbst, wir haben eine mutige und zukunftsweisende Entscheidung getroffen, über die ich gern diskutieren will") steigen in mir Gefühle wie Wut und Enttäuschung auf und Erinnerungen werden wach.
Dieses Zitat ist leider nicht wörtlich, so schnell konnte ich nicht mitschreiben.
Wesentlich sind mir zwei Aussagen, Fr. Merkel sprach wörtlich vom sogenannten heißen Herbst, der uns bevorsteht und - sie will über die Entscheidung diskutieren.
Frei nach dem Motto: Man kann gar trefflich über Dinge reden, die nicht mehr veränderbar sind.
Aber vielleicht hat sich Fr. Merkel ja getäuscht, vielleicht wird der von ihr bagatellisierte "sogenannte heiße Herbst" ja viel heißer als es ihr lieb ist.
Und vielleicht ist die von ihr vertretene Entscheidung ja nur scheinbar unveränderbar. Und vielleicht gibt es genügend Menschen, die die Inhalte neu diskutieren und Fr. Merkel nicht den Gefallen tun, "über die Entscheidung zu diskutieren".
Vor zwanzig Jahren haben Menschen, die sich als Volk verstanden und präsentierten politische Abläufe schon einmal entscheidend verändert. Warum nicht wieder?
Es ist an der Zeit
Am Wochenende ist mir jedes Lachen im Hals stecken geblieben. So leichtfertig wie Frau Merkel würden wohl nur sehr wenige Mütter mit der Gesundheit und dem Leben ihrer Kinder umgehen.
Die Bezeichnung "Mutti" für diese Frau hat wohl ausgedient.
Und angesichts ihrer grenzenlosen Arroganz ("ich freue mich auf den sogenannten heißen Herbst, wir haben eine mutige und zukunftsweisende Entscheidung getroffen, über die ich gern diskutieren will") steigen in mir Gefühle wie Wut und Enttäuschung auf und Erinnerungen werden wach.
Dieses Zitat ist leider nicht wörtlich, so schnell konnte ich nicht mitschreiben.
Wesentlich sind mir zwei Aussagen, Fr. Merkel sprach wörtlich vom sogenannten heißen Herbst, der uns bevorsteht und - sie will über die Entscheidung diskutieren.
Frei nach dem Motto: Man kann gar trefflich über Dinge reden, die nicht mehr veränderbar sind.
Aber vielleicht hat sich Fr. Merkel ja getäuscht, vielleicht wird der von ihr bagatellisierte "sogenannte heiße Herbst" ja viel heißer als es ihr lieb ist.
Und vielleicht ist die von ihr vertretene Entscheidung ja nur scheinbar unveränderbar. Und vielleicht gibt es genügend Menschen, die die Inhalte neu diskutieren und Fr. Merkel nicht den Gefallen tun, "über die Entscheidung zu diskutieren".
Vor zwanzig Jahren haben Menschen, die sich als Volk verstanden und präsentierten politische Abläufe schon einmal entscheidend verändert. Warum nicht wieder?
Es ist an der Zeit
Merkels Atomplaene stoppen!
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,
Ihr Plan, die Laufzeiten der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern, trifft bei mir auf völliges Unverständnis. Damit setzen Sie die Bevölkerung einem steigenden tödlichen Unfallrisiko aus und bürden vielen Generationen nach uns noch mehr strahlenden Atommüll auf. Und das alles nur, um den Atomkonzernen milliardenschwere Zusatzprofite zu sichern.
Der dynamische Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglicht es uns, weit schneller als bisher geplant aus der Atomkraft auszusteigen und trotzdem auf den Neubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke zu verzichten. Mit längeren Laufzeiten würgen Sie jedoch das rasante Wachstum der Erneuerbaren ab. Atommeiler blockieren durch ihre unflexible Stromerzeugung die Stromnetze und verhindern zunehmend die Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie.
Hiermit kündige ich an, mich an Protesten gegen Ihre Atompolitik zu beteiligen. Ich fordere Sie auf: Steigen Sie jetzt aus der Atomkraft aus! Leiten Sie eine konsequente Wende hin zu Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energiesparen ein!
Mit freundlichen Grüßen
Mario Wiegel
Unterzeichnen auch Sie diesen Appell:
Bis zu 14 Jahre will Kanzlerin Merkel die AKWs länger laufen lassen! Mit einem Anzeigen-Appell halten wir dagegen: Mindestens 100.000 Unterschriften wollen wir bis zur Entscheidung über das Energiekonzept am 28. September sammeln.
Ihr Plan, die Laufzeiten der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern, trifft bei mir auf völliges Unverständnis. Damit setzen Sie die Bevölkerung einem steigenden tödlichen Unfallrisiko aus und bürden vielen Generationen nach uns noch mehr strahlenden Atommüll auf. Und das alles nur, um den Atomkonzernen milliardenschwere Zusatzprofite zu sichern.
Der dynamische Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglicht es uns, weit schneller als bisher geplant aus der Atomkraft auszusteigen und trotzdem auf den Neubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke zu verzichten. Mit längeren Laufzeiten würgen Sie jedoch das rasante Wachstum der Erneuerbaren ab. Atommeiler blockieren durch ihre unflexible Stromerzeugung die Stromnetze und verhindern zunehmend die Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie.
Hiermit kündige ich an, mich an Protesten gegen Ihre Atompolitik zu beteiligen. Ich fordere Sie auf: Steigen Sie jetzt aus der Atomkraft aus! Leiten Sie eine konsequente Wende hin zu Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energiesparen ein!
Mit freundlichen Grüßen
Mario Wiegel
Unterzeichnen auch Sie diesen Appell:
Bis zu 14 Jahre will Kanzlerin Merkel die AKWs länger laufen lassen! Mit einem Anzeigen-Appell halten wir dagegen: Mindestens 100.000 Unterschriften wollen wir bis zur Entscheidung über das Energiekonzept am 28. September sammeln.
Samstag, 28. August 2010
Der lange Weg zur Erkenntnis - oder - Wie lernfähig sind unsere Politiker?
Als vor einigen Jahren die Diskussion um das Renteneintrittsalter begann, erhoben schon damals einige Menschen ihre warnende Stimme. Wohl wissend, dass viele Menschen schon damals aufgrund ihrer Berufe und der damit verbundenen jeweiligen körperlichen oder auch psychischen Belastungen nicht einmal bis zum 65. Lebensjahr arbeiten konnten, vermuteten wir eine verkappte Rentenkürzung.
Nun - Jahre später - gibt es tatsächlich auch schon einige Politiker, die eine erneute Erhöhung des Renteneintrittsalters von einigen Bedingungen abhängig machen wollen.
Wünschen wir diesen - wenigen - vernünftigen Politikern viel Erfolg bei ihren Bemühungen.
Nun - Jahre später - gibt es tatsächlich auch schon einige Politiker, die eine erneute Erhöhung des Renteneintrittsalters von einigen Bedingungen abhängig machen wollen.
Wünschen wir diesen - wenigen - vernünftigen Politikern viel Erfolg bei ihren Bemühungen.
Mittwoch, 18. August 2010
Krebserfahrungen
Vor etwas einem Jahr machte ich meine ersten Erfahrungen mit dieser heimtückischen Krankheit. Ein sehr guter Freund von mir erkrankte seinerzeit an Lungenkrebs. Unsere über den Jahreswechsel 2009 / 2010 geplante Reise nach Thailand hatten wir (damals) auf unbestimmte Zeit verschoben. Nach Operation, Chemo- und Strahlentherapie konnte er als "geheilt" sein "normales" Leben wieder aufnehmen. Er bestieg Anfang Mai ein Flugzeug um Freunde in Thailand zu besuchen.
Meine zweite Krebserfahrung begann etwa zwei Wochen später.
Mitte Mai dieses Jahres erhielt ich einen Anruf aus Berlin, meine Mutter wurde - für mich völlig überraschend - in ein Krankenhaus eingeliefert und bereits am nächsten Tag operiert.
Die Untersuchung der dabei entfernten Geschwülste aus der Bauchhöhle, dem Darm und der Leber erbrachte den befürchteten Krebs-Befund. Aufgrund der Organ übergreifenden fortgeschrittenen Metastasen lautete die Diagnose der behandelnden Ärzte: Unheilbar.
Die "Tumorkonferenz" des Krankenhauses hat keine Empfehlung für eine Chemo-Therapie ausgesprochen.
Bei einer "Routine-Untersuchung" in einem anderen Krankenhaus empfahl der dortige Onkologe eine sofortige Chemotherapie, die seiner Aussage zufolge eine Ausweitung der Metastasen eindämmen könnte. Somit würde sich die verbleibende Lebenszeit "nicht unerheblich" verlängern. Dieser Onkologe hat übrigens an der oben genannten "Tumorkonferenz" teilgenommen.
Vier Wochen und 3 Chemo-Behandlungen später wurde die Chemotherapie abgebrochen. Begründung: Die Heftigkeit der Nebenwirkungen und unerwartete Komplikationen.
Zur ersten Chemo-Behandlung ist meine Mutter den Weg in das etwa 1 Km entfernte Krankenhaus zu Fuß gegangen, selbst die Tasche hätte sie am liebsten selbst getragen.
Als sie drei Tage nach Abbruch der Behandlung das Krankenhaus verließ, konnte sie sich ohne fremde Hilfe nicht mehr aufsetzen, an Laufen war überhaupt nicht zu denken.
Sie wurde mit einem Krankenwagen in ein Berliner Hospiz gebracht, wo sie die letzten drei Wochen ihres Lebens verbrachte.
Trotz der liebevollen Fürsorge die sie dort erfuhr, bewahrheitete sich ein Satz, den ich schon öfter mal von ihr gehört hatte: "Den Tod fürchte ich nicht - aber das Sterben". Sie verstarb am 13. August 2010.
Meine zweite Krebserfahrung begann etwa zwei Wochen später.
Mitte Mai dieses Jahres erhielt ich einen Anruf aus Berlin, meine Mutter wurde - für mich völlig überraschend - in ein Krankenhaus eingeliefert und bereits am nächsten Tag operiert.
Die Untersuchung der dabei entfernten Geschwülste aus der Bauchhöhle, dem Darm und der Leber erbrachte den befürchteten Krebs-Befund. Aufgrund der Organ übergreifenden fortgeschrittenen Metastasen lautete die Diagnose der behandelnden Ärzte: Unheilbar.
Die "Tumorkonferenz" des Krankenhauses hat keine Empfehlung für eine Chemo-Therapie ausgesprochen.
Bei einer "Routine-Untersuchung" in einem anderen Krankenhaus empfahl der dortige Onkologe eine sofortige Chemotherapie, die seiner Aussage zufolge eine Ausweitung der Metastasen eindämmen könnte. Somit würde sich die verbleibende Lebenszeit "nicht unerheblich" verlängern. Dieser Onkologe hat übrigens an der oben genannten "Tumorkonferenz" teilgenommen.
Vier Wochen und 3 Chemo-Behandlungen später wurde die Chemotherapie abgebrochen. Begründung: Die Heftigkeit der Nebenwirkungen und unerwartete Komplikationen.
Zur ersten Chemo-Behandlung ist meine Mutter den Weg in das etwa 1 Km entfernte Krankenhaus zu Fuß gegangen, selbst die Tasche hätte sie am liebsten selbst getragen.
Als sie drei Tage nach Abbruch der Behandlung das Krankenhaus verließ, konnte sie sich ohne fremde Hilfe nicht mehr aufsetzen, an Laufen war überhaupt nicht zu denken.
Sie wurde mit einem Krankenwagen in ein Berliner Hospiz gebracht, wo sie die letzten drei Wochen ihres Lebens verbrachte.
Trotz der liebevollen Fürsorge die sie dort erfuhr, bewahrheitete sich ein Satz, den ich schon öfter mal von ihr gehört hatte: "Den Tod fürchte ich nicht - aber das Sterben". Sie verstarb am 13. August 2010.
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